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Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.

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Tango Argentino

Tango Argentino

Ich war getrieben von dr Zeit,
Ich find kaa Ruh net mehr, ihr Leit.
Sei's mit dr Bah, sei's a ze Fuß,
Wie agestochen renn ich lus.

Jedn Morgen um halb siebn
Stirz ich fix nen Kaffee nei.
De agefrassne Bemm blebt liegn,
Muß pinktlich uff dr Arbit sei.
Ich ho kann Blick fier Kunz un Meier
Wiehl hektisch in de Akten rim.
Dann Chef sei täglichs Geleiher
des bringt mich irgendwann noch üm.

Ich war getrieben ...

De Lisbeth is e schienes Madl
Die tät in Hans gar gern verfiehrn.
Doch der hetzt frieh bis spät durchs Stadtl
Um Tupperkunden aufzespiern.
Is nutzt ne nischt, dr Karl war besser
Mit amol war de Arbit wag.
Er stirzt sich mit sein Flaschermasser
Zum Amok naus, is hot kann Zwack.

Mir warn getriebn von dr Zeit,
Finden kaa Ruh net mehr, ihr Leit.
Sei's mit dr Bah, sei's a ze Fuß,
Wie agestochen renn mer lus.

A in dr drackschen Politik,
Broch sich su mancher is Genick.
Wahlkampfversprachn, dann Betrug,
Wag mit dann Bauer, nächster Zuch.
Schachspieln erfordert fei Geschick,
Do zählt net jeder faule Trick.
De Klenn, die tratn se nein Drack,
Uff amol war dr Schröder wag.

Mir warn getriebn ...

 

Hochdeutsch übersetzt:

 

Tango Argentino

Ich werde getrieben von der Zeit,
Ich finde keine Ruhe mehr, ihr Leute.
Sei's mit der Bahn, sei's auch zu Fuß,
Wie angestochen renne ich los.

Jeden Morgen um halb sieben,
Stürze ich eilig einen Kaffee rein.
Die angebissene Schnitte bleibt liegen,
Denn ich muß pünktlich auf Arbeit sein.
Ich habe keinen Blick für Kunz und Meier,
Wühle hektisch in den Akten herum.
Des Chefs seine tägliche Leier,
Das bringt mich irgendwann noch um.

Ich werde getrieben ...

Die Lisbeth ist ein schönes Mädel,
Die würde den Hans gar gern verführn.
Doch der hetzt von früh bis spät durchs Städtchen,
Um Tupperkunden aufzuspürn.
Es nutzt ihm nichts, denn Karl war besser,
Mit einem Mal war die Arbeit weg.
Er stürzt sich mit seinem Fleischermesser
Zum Amok hinaus, es hat keinen Zweck.

Wir werden getrieben von der Zeit.
Wir finden keine Ruhe mehr, ihr Leute.
Sei's mit der Bahn, sei's auch zu Fuß,
Wie angestochen rennen wir los.

Auch in der dreckigen Politik,
Brach sich so mancher das Genick.
Wahlkampfversprechen, dann Betrug,
Weg mit dem Bauer, nächster Zug.
Schachspielen erfordert aber Geschick,
Da zählt nicht jeder faule Trick.
Die Kleinen, die tritt man in den Dreck,
Auf einmal war der Schröder weg.

Wir werden getrieben ...

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