Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
Is war e Donnerstog, dr zweeedreißigste Mai
Dr Himmel feierrut, ner Sonn un Mond warn noch drbei
Is hot ne Ewigkeit gedauert, mir ham's wuhl immer schu gewußt
Doch wahrham wollt mers nie, doß des heit su kumme mußt.
Am Miehlbach hinnerm Fald, Sternschnuppen in dr Nacht
Mir warn su wild auf uns, emende ham mers a gemacht.
In nem klaan Zimmer unnerm Dach, im Wald, im waachn Gros, im Bett
Am Lagerfeier, in dr Kich, oder ebber net
Is war e Donnerstog, dr zweeedreißigste Mai
Dr Himmel feierrut, ner Sonn und Mond warn mit drbei
Mir ham ne Ewigkeit gelauert, auf emol war es dann vorbei.
Is war e Donnerstog, dr zweeedreißigste Mai.
Hochdeutsch übersetzt:
Ihr Leute hört, was ich euch zu verkünden hab:
Es begab sich an einem Donnerstag, einem 32. Mai,
Der Himmel war feuerrot, nur die Sonne und der Mond waren mit zugegen.
Es dauerte eine Ewigkeit, doch wir ahnten es immer schon
Nur wahrhaben wollten wir nie, dass es heute so kommen sollte.
Am Mühlbach hinter dem Feld, Sternschnuppen erleuchteten die Nacht,
Begehrten wir uns so sehr, dass wir dem am Ende erlagen.
In einer kleinen Kammer unter dem Dach, im Wald im weichen Gras oder im Bett,
An einem Lagerfeuer, in der Küche - oder aber nicht.
Es begab sich an einem Donnerstag, einem 32. Mai,
Der Himmel war feuerrot, nur die Sonne und der Mond werden es bezeugen,
Eine Ewigkeit erwarteten wir es, doch dann war es ganz plötzlich vorbei.
Es war eben ein Donnerstag, der 32. Mai.