Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
Uff dr Ufnbank, glei nabn Aufwaschschrank,
do sitz' ich hier, mit menn Flaschl Bier.
Un denk dorbei, su allerlei.
Uff dr Ufnbank, glei nabn Aufwaschschrank.
Des neie Labn, tut mer nischt gabn.
Denk' viel zerick, an mei altes Glick.
Domols im Schacht, gings uns net schlacht.
Nu sitz' ich krank, auf meiner Ufnbank.
Mei Frah is fort, liecht beim Neibert-Kurt.
Uff dr Ufnbank, nabn senn Plattenschrank.
Mit'n Kumpltud, hob ich mei Nut.
Un die paar Pfeng, warn langsam eng.
Sei net gescheit, die gunge Leit.
In ganzen Toch, sei se ne Ploch.
Und obnd ins Bett, wolln de Kinner net.
Des macht mich krank, uff meiner Ufnbank.
Von dar Musik, kricht mer enn Tick.
Des rummst un kracht, de ganze Nacht.
Find ich kah Ruh', krich' de Angn net zu.
Uff dr Ufnbank, glei nabn Aufwaschschrank.
Des Reh springt hoch, des Reh springt weit.
Warum auch nicht? Es hat ja Zeit.
Doch ich sitz' hier, un trink' mei Bier.
Uff dr Ufnbank, glei nabn Aufwaschschrank.
Hochdeutsch übersetzt:
Auf der Ofenbank, gleich neben dem Aufwaschschrank,
Da sitz ich hier, mit meinem Fläschchen Bier.
Und denk dabei so allerlei.
Auf der Ofenbank, gleich neben dem Aufwaschschrank.
Das neue Leben, tut mir nichts geben.
Denk` viel zurück an mein altes Glück.
Damals im Schacht ging's uns nicht schlecht.
Nun sitz ich krank auf meiner Ofenbank.
Meine Frau ist fort, liegt bei Neubert-Kurt,
Auf der Ofenbank, gleich neben dem Plattenschrank.
Mit dem Kumpeltod habe ich meine Not.
Und die paar Pfennige werden langsam eng.
Sind nicht gescheit, die jungen Leute.
Den ganzen Tag sind sie eine Plage.
Und abends ins Bett wollen die Kinder nicht.
Das macht mich krank auf meiner Ofenbank.
Von der Musik kriegt man einen Tick.
Das rummst und kracht die ganze Nacht.
Finde ich keine Ruh, krieg die Augen nicht zu.
Auf der Ofenbank gleich neben dem Aufwaschschrank.
Des Reh springt hoch, des Reh springt weit.
Warum auch nicht? Es hat ja Zeit.
Doch ich sitz hier, und trink mein Bier,
auf der Ofenbank, gleich neben dem Aufwaschschrank.