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Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.

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Gemeinsam leiden

Gemeinsam leiden

Wenn de Sonn am Morgn ganz sachte
Von de Dächer lackt in Schnee
In dr Frieh kurz noch im Achte,
Stieht im Heisl uff dr Höh
An sein'm Fanster schu seit Stunden
Do e Maa, schaut net die Pracht
Hot heit Nacht kann Schlof gefunden,
Ner mit griebeln zugebracht.

Zer selben Stund, driebn übern Hiebel
Tut's Frantisek net annersch gieh
Wie dann Hans, dann arme Kriebel
Tut er an sei Fanster stieh
Ner im Schlofazuch un Socken
Denkt er an die alte Zeit,
Muß nu in dr Stub bluß hocken
Hot verlorn sei Laabnsfreid.

Trogt gemeinsam eier Leid!

Hans, dr Zimmermaa aus Seiffen,
Tischler Franz aus dr Tschechei
Tunne noh zim Busplatz laafn
Fahrn zim Arbeitsamt fix nei.
Uff de Stadt, die zwaa Verlierer
In ner grimmigkalten Zeit
Ruckt e klaanes wing zesamme
trogt gemeinsam eier Leid!

Trogt gemeinsam eier Leid!

Amol ward ne Zeit noch kumme
Wu's dann beeden besser gieht
Ho heit Nacht im Traam vernumme
Doß racht bald e wos geschieht.
Habn sich Leit zesamm gefundn,
kame a aus aller Walt
Von hiem und driem, von ubn un untn
Danne gings net ner üms Gald.

Trogt gemeinsam eier Leid!

 

Hochdeutsch übersetzt:

 

Gemeinsam leiden

Wenn die Sonne am Morgen ganz sachte
Von den Dächern leckt den Schnee
In der Frühe kurz nach acht.
Steht im Häuschen auf der Höhe
An seinem Fenster schon seit Stunden da,
ein Mann, schaut nicht die Pracht.
Hat heute Nacht keinen Schlaf gefunden,
nur mit Grübeln zugebracht.

Zur selben Stunde, drüben übern Berg,
tut's Frantisek nicht anders gehen
Wie dem Hans, dem armen Teufel,
steht er an seinem Fenster.
Nur in Schlafanzug und Socken
Und denkt an die alte Zeit.
Muß nun nur noch in der Stube hocken,
Hat seine Lebensfreude verloren.

Tragt gemeinsam euer Leid!

Hans, der Zimmermann aus Seiffen,
Tischler Franz aus Tschechien.
Laufen zum Busplatz hinunter,
fahren in Eile aufs Arbeitsamt.
In die Stadt, die zwei Verlierer
In einer grimmigkalten Zeit.
Ruckt ein klein wenig zusammen
und tragt gemeinsam euer Leid.

Tragt gemeinsam euer Leid!

Doch einmal wird eine Zeit kommen,
Wo es den beiden besser gehen wird.
Ich habe heute Nacht im Schlaf vernommen,
daß recht bald etwas geschehen wird.
Es haben sich Leute zusammen gefunden,
Die kamen an aus aller Welt,
von hüben und drüben, von oben und unten,
denen ging es nicht nur ums Geld.

Tragt gemeinsam euer Leid!

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