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Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.

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Dr Traamer

Dr Traamer

Er hot su viele Traame - e paar gruße, manche klaane.
Er hot aah zwee, drei Freinde - doch die läßt'r oft allaane.
Un dann liegt'r in senn Bettel - un er traamt vun dan Anettel,
vun dr Liesbeth und dr Gab - un vom Schramm-Heinz seiner Mad.
Ja, die hot'r alle su gern - mit aaner do könnts emol wos waarn.

Un nu sitzt'r wieder do un härt de Krippelkiefern a -
wall mer bei daar Musik esu schie traurig waarn ka.
Un er denkt e Stückel vürwarts, un er denkt e Stück zerick. -
Un er denkt, ich loss es lieber, denkt, ich ho bestimmt kaa Glick.

Er tät amol verreisen - net bluß nooch Bayern oder Preißen,
aah net bluß nei'n Nachberort - e grußes Stückel will er fort.
Vielleicht nooch Bähme drübn zum Joe - denn Reisen macht de Leit fruh.
Mol mitn grußen Dampfer fahrn - dofür tot'r haamlich sparn.
O ja, er will hinaus in de Walt - un er will bleibn wu's ihm gefällt.

Un nu sitzt'r wieder do un ...

Dos gang esu ne Zeit - endlich war es dann su weit
un er sat: "Machs gut!" zer Mam - "Ich kumm su schnell nimmer haam."
Un er setzt sich nei senn Wogn - e klaanes Taschel när derbei.
Doch lange hält er dos net aus - er dreht rüm un fährt zerück noch Haus.
In paar Minuten hot er'sch dann geschafft - un tritt noch mol mit voller Kraft
of dan Buden dos Pedal - er trot zen letztn mal.
Un zesamm mit seinen Traam, zerpltzt'r an enn Baam.

Un nu sitzt'r nimmer do un härt de Krippelkiefern a
wall mer bei daar Musik esu schie traurig waarn ka.
Un er denkt kaa Stückel vürwarts, un er denkt a net zerück. -
Un er denkt net, ich loss es lieber, denkt net, ich ho bestimmt kaa Glick.

 

Hochdeutsch übersetzt:

 

Der Träumer

Er hat soviele Träume - ein paar große, manche kleine.
Er hat auch zwei, drei Freunde - doch die läßt er oft alleine.
Und dann liegt er in seinem Bettchen - und er träumt von dem Anettchen,
von der Elisabeth und der Gabi - und vom Schramm, Heinz seiner Tochter.
Ja, die hat er alle gern - mit einer könnte es einmal was werden.

Und nun sitzt er wieder da und hört die Krippelkiefern an -
weil man bei dieser Musik so schön traurig werden kann.
Und er denkt ein Stück vorwärts und er denkt ein Stück zurück. -
Und er denkt, ich lasse es lieber, er denkt, ich habe bestimmt kein Glück.

Er würde auch mal verreisen - nicht nur nach Bayern oder Preußen,
auch nicht nur in den Nachbarort - ein großes Stück will er fort.
Vielleicht hinüber nach Böhmen zum Joe - denn Reisen macht die Leute so froh.
Einmal mit einem großen Dampfer fahren - dafür tut er heimlich sparen
Oh ja, er will hinaus in die Welt - und er will bleiben wo es ihm gefällt.

Und nun sitzt er wieder da und ...

Dies ging so eine geraume Zeit - endlich war es soweit
und er sagte: "Mach es gut!" zur Mama - "Ich komme so schnell nicht wieder nach Hause."
Doch lange hält er dies nicht aus - er dreht um und fährt zurück nach Haus.
In ein paar Minuten hat er es dann geschafft - und er tritt noch einmal mit voller Kraft
auf den Boden das Pedal - er trat zum letzten mal.
Und zusammen mit seinem Traum, zerplatzt er an einem Baum.

Und nun sitzt er nicht mehr da und hört die Krippelkiefern an
weil man bei dieser Musik so schön traurig werden kann.
Und er denkt kein Stück vorwärts und er denkt kein Stück zurück. -
Und er denkt nicht, ich lasse es lieber, und er denkt nicht, ich habe bestimmt kein Glück.

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