Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
In dr Liedlschmied zu Johannstadt
Do ward gewarkelt Tog und Nacht.
Do ward gehämmert un do ward gebugn,
E jedes Lied grod racht geschubn.
Dr Karrn dr Volksmusik dar hinkt,
Er braucht e neies Rod geschwind.
Er packt dann Hammer un haut hachtig zu,
De Kutscher die gaabn kaane Ruh.
Die singe lei, laudi la la la lei, laudi ...
Su manches Mol wärn de Schmied lieber drhaam
Un säßen mit Fraa un Kinner zesamm,
Doch wenn se de Glut im Ufen net schiern
Net watter im zammschmelznden Liedln riehrn
Gib's halt a kaa Gald fiern neie Rock fier de Maad
Un a dann klaan Gung macht mer su kaane Fraad.
Ich ward wuhl net tauschen mit dann Schmied ubn am Barg,
hätt net gern geschenkt des Liedlgewarch.
Die singe lei, laudi la la la lei, laudi ...
Es is a nimmer su wie in dr alten Zeit,
Wu gut Ding noch mit Weile weilt.
Is Walzwark mit nem Schornstaa drauf,
taucht a schu hinnerm Göpel auf.
Do zählt net Güte un Brauchbarkeit,
De Vielfalt fällt, de Stückzahl steigt,
Dr Schwaß, dar rinnt, de Händ sei wund,
Su manchen richt es Lied ze Grund.
Un bricht danne Schmieden mol des Feier zamm,
mir hätten do noch Kiefernholz drham,
Des tät mer eich gaabn un mir wolln a nischt drfier,
Do lieber trink mer noch e Kriegel Bier.
Die singe lei, laudi la la la lei, laudi ...
Hochdeutsch übersetzt:
In der Liederschmiede in Johanngeorgenstadt
Da wird gewerkelt Tag und Nacht.
Da wird gehämmert und da wird gebogen,
Ein jedes Lied gerade zurecht geschoben.
Der Karren der Volksmusik der hinkt,
Er braucht ein neues Rad geschwind.
Drum pack den Hammer und hau kräftig zu,
Die Kutscher geben sonst keine Ruh.
Die singen lei, Laudi, lala lei...
So manches Mal wären die Schmiede lieber zu Hause
Und säßen lieber mit Frau und Kindern zusammen.
Doch wenn sie die Glut im Ofen nicht schüren,
Nicht weiter in zusammenschmelzenden Liedchen rühren.
Gibt's eben kein Geld für einen neuen Rock für das Mädel
Und auch dem kleinen Jungen macht man so keine Freude.
Ich werde wohl nicht tauschen mit dem Schmied oben am Berg,
Hätte nicht gerne geschenkt das Liederhandwerk.
Die singen lei, Laudi, lala lei...
Es ist auch nicht mehr so wie in der alten Zeit,
Wo gut Ding noch mit Weile weilt.
Das Walzwerk mit einem Schornstein drauf,
Taucht auch schon hinter dem Göpel auf.
Da zählt nicht mehr Güte und Brauchbarkeit,
Die Vielfalt fällt, die Stückzahl steigt.
Der Schweiß, der rinnt, die Hände sind wund.
So manchen richtet das Lied zugrunde.
Und bricht den Schmieden einmal das Feuer zusammen.
Wir hätten da noch Kiefernholz daheim.
Das würden wir euch geben, und wir wollen auch nichts dafür,
Stattdessen trinken wir noch einen Krug Bier.
Die singen lei, Laudi, lala lei...