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Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.

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Morgenstund

Morgenstund

Im Chausseehaus lang gefeiert,
frieh um dreie kam ich ham,
Noch e Bierle neigeleiert
un ne dicke Spackfettbemm.
Dann ins Bett, wenns draußen dämmert,
's is halt e schweres Laabn.
Doch nach ner Stund krachts wie behämmert,
ausm Grundstick glei drnaabn.
Des is dr alte Walter,
der kreissacht gar ze gern,
Is der emol am Schalter
do kaa er net aufhern.

In frieher Morgenstund,
tut mer dr Walter kund:
Frieh aufstieh is gesund.
Schlof net su lang, du Hund!
Ich krach mei Fanster zu,
will endlich meine Ruh.
Dos is doch ner zum Hu,
hat der sunst nischt ze tu?

Do hilft kaa gruß Gepolter,
kaa batteln un kaa Klogn.
Dann hulabiten Walter,
dann war ich noch drschlogn.
Obnds kaa ich wieder lachen,
ner flugs nach Schwarzenbarch nauf.
Beim Bayer ubn im Drachen,
spieln de Krippelkiefern auf.
Doch Sonntich frieh im Heisl,
des hält kaa Mensch net aus.
Do hult dr Walt, der Teifel

Morgenstund

Im Chausseehaus lang gefeiert,
früh um drei kam ich heim,
Noch ein Bierchen getrunken
und eine dicke Speckfettschnitte.
Dann ins Bett, wenn es draußen dämmert,
es ist halt ein schweres Leben.
Doch nach einer Stunde krachts wie behämmert,
aus dem Grundstück gleich daneben.
Das ist der alte Walter,
der kreissägt viel zu gern,
Ist der einmal am Schalter
da kann er nicht aufhörn.

In früher Morgenstund,
tut mir der Walter kund:
Früh aufstehn ist gesund.
Schlaf nicht zu lang, du Hund!
Ich schlage mein Fenster zu,
will endlich meine Ruh.
Das ist doch nur zum Hohn,
hat der sonst nichts zu tun?

Da hilft kein großes Gepolter,
kein betteln und kein klagen.
Den hohllebigen Walter,
den werde ich noch erschlagen.
Abends kann ich wieder lachen,
nur schnell nach Schwarzenberg hinauf.
Beim Bayer oben im Drachen,
spielen die Krippelkiefern auf.
Doch Sonntag früh im Häuschen,
das hält kein Mensch aus.
Da holt der Walter, der Teufel
den Rasenmäher raus.

In früher Morgenstund, ...

Statt in die Kirche zu gehen,
maltretiert der Walter die Leute,
Der tut keinen Feiertag kennen,
der ist nicht wirklich gescheit.
Da müssen wir etwas machen,
ich hole am Abend die Flöte.
Der Karl am Baß, der Max am Horn, und der (Ger)Hart spielt die Trompete.
So spielen wir laut und mitgehend
vorm Walter seinem Haus,
Der schaut inzwischen recht bissig
aus dem Bodenfenster raus.

Dazu ein Nachtgesang,
dem Walter wird es angst und bang,
Helpless wie bei Neil Young.
Morgen schläft der sicher lang.
Und dann noch einmal im Chor,
die Strophe von eben zuvor.
Der Hans singt im Tenor,
das Lied vom neuen Jahr.

Und der Walter ruft zum oberen Bodenfenster heraus:
Wenn das nicht bald aufhört, ruf ich die Polizei, ihr langhaarigen Nichtsnutze !!!!

in Rosenmäher raus.

In frieher Morgenstund, ...

Statt in de Kirch ze renne,
maltretiert dr Walt de Leit,
Der tut kenn Feiertoch kenne,
der is net racht gescheit.
Do missen mer was machen,
ich hul am Obnd de Flet.
Dr Karl am Baß, dr Max am Horn, un dr Hart spielt de Trompet.
Su spieln mer laut un schmissig
vorm Walter seinem Haus,
Der guckt drweil racht bissig
ausm Budnfanster raus.

Dazu'n Nachtgesang,
dem Walt wards angst und bang,
Helpless wie bei Neil Young.
Morgn schläft der sicher lang.
Und dann noch mol im Chor,
die Stroph von ebn zevor.
Dr Hans singt im Tenor,
des Lied vom neie Gahr.

Un dr Walt pultert zim Eberbudnfanster naus:
Wenn des net bal aufhert, ruf ich de Polizei, ihr langhaarichen Krafaten !!!!

 

Hochdeutsch übersetzt:

 

 

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