Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
Wenn man den verschiedenen Auftrittsorten der Krippelkiefern Noten geben müsste, dann würde „AbenteuerAktiv“ in Thalheim von mir das Prädikat „besonders wertvoll“ erhalten. Ein Lagerfeuer weckt ja eigentlich schon so romantische Gefühle in uns(…das ist wissenschaftlich belegt, falls jetzt einige zweifeln) und wenn dann das Wetter noch passt, weil Petrus ein Kriki-Fan ist, ist ein geiler Abend für Fans und Bande vorprogrammiert! Das dritte Mal war ich nun schon in Thalheim dabei, und behaupte mal, dass aufgrund des Wetters und einer spielfreudig aufgelegten Bande, dass es gestern ein besonders geiles Konzert war. Was ich allerdings wohl nie so richtig verstehen werde, warum die meisten Thalheimer immer erst nach Einbruch der Dunkelheit zum Konzert erscheinen? Das war eigentlich bis jetzt jedes Jahr so, also visuelle Gründe schließ ich mal aus, weil rein optisch können sich die Thalheimer, ohne Ausnahme, auch bei Tageslicht sehen lassen. –
Vielleicht lag es am Samstag daran, dass die Thalheimer schon wussten, dass sich die Band geteilt hat. Ich meine mit „geteilt hat“ natürlich nicht, dass sich die Krikis getrennt haben, sondern dass in der optischen Wahrnehmung der Band eine Teilung da ist. Auf der einen Seite zwei Musiker und Mannsbilder sozusagen, die rein optisch schon für „revolutionäre“ Musik stehen und auf der anderen Seite der Bassist und der Drummer, die sich nun optisch in ihrer Frisur so angeglichen haben, dass sie mich an meine Zeit bei der Nationalen Volksarmee erinnern.
Da laut eigener Aussage, die Krippelkiefern eine optische Band sind, ist der neue Anblick der Band sehr gewöhnungsbedürftig. Um aus den Krippelkiefern wieder eine „optische Band“ zu machen, sollte man jetzt auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurückschrecken. Friseurverbot, Hypnosesitzungen, Gruppentherapie beim Arzt des Vertrauens u.s.w…, alle Mittel sollten in diesem Fall erlaubt sein, um aus den zwei Evolutionären wieder krikistische Revolutionäre zu machen. Um es mal auf den Punkt zu bringen, lieber „Heppi“ und lieber „Tobbi“, lasst eure Haare wieder wachsen, denn 95% der weiblichen Fans kommen ja nicht wegen der Musik zu den Konzerten… Beschwerden über den derzeitigen "Zustand" der Band bitte direkt an die Band richten:bande@dekrippelkiefern.com