Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
Vor dem Konzert in Hundshübel waren die Krippelkiefern im Studio in Eibenstock , um ein paar neue Lieder zu proben. „Traditionell“ kam es im Studio wieder mal zu einer Bandauflösung, was für Außenstehende sicher sehr dramatisch klingt, freut aber die meisten Fans! Einige werden jetzt sicher sagen, dor Harti hat wohl seine Tabletten am Wochenende nicht genommen, wieso freut das die Fans, wenn sich die Krippelkiefern auflösen? Also kurze Erklärung. Die Kiefern haben sich schon oft aufgelöst - also Stundenweise, manchmal nur ein paar Minuten, was ihnen zu diesem Zeitpunkt sicher auch Ernst war - ABER, wir wissen, dass die Krippelkiefern nach so einer „Auflösung“ immer in eine unwahrscheinlich kreative Phase ihres musikalischen Schaffens eingetreten sind. Die Besten Lieder der Kiefern sind nach den „Auflösungen“ entstanden. Sterni hat dieses Phänomen Gestern beim Konzert mit folgendem Satz beschrieben: „Wir sind der Krise entstiegen, wie Prometheus aus der Asche!“ – Es war zwar der gute, alte Phönix, aber wir wissen was uns der Künstler damit sagen wollte! Ohne dass ich hier den Nostradamus spielen will, aber ich sage euch hiermit ein kreatives Krippelkiefernjahr 2011 voraus. Lassen wir uns überraschen. –
So, noch mal zum gestrigen Konzert. Nachdem jemand dem Veranstalter gesagt hat, dass die „Metallgitter“ an der Wand Heizungen sind und diese dann auch in Gang setzte , gingen die Minusgrade im Saal auch langsam in den Plusbereich des Thermometers über. So ist auch zu erklären, wieso einige Konzertbesucher auf den Fotos so „unterkühlt“ wirken. Einen Vorteil hatte das aber, das Bier hatte immer die richtige Temperatur. Nachdem das Eis (im wahrsten Sinne des Wortes) gebrochen war, stieg die Stimmung von Lied zu Lied. Als Fazit kann man sagen, das das Auftaktkonzert 2011 im „Iglu“ von Hundshübel nicht das Beste der Kiefern-, aber das Beste 2011 war.
dor Harti