Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
Ein wunderschönes Konzert in der altehrwürdigen Kirche „Sankt Barbara“ fand am vergangenen Samstag statt. Die Akustik in diesem Gebäude ist einfach der Wahnsinn, was auch alle Besucher des ausverkauften Konzertes bestätigten. Ein Publikum, was sicher zu 80% aus Zwickau kam und für viele der Anwesenden war es das erste Kriki- Konzert, was sie erleben durften. Unter diesen Voraussetzungen liefen die Krikis musikalisch und auch in Ihren Dialogen zwischen den Liedern zu Höchstform auf.
Für mich privat war der musikalische und emotionale Höhepunkt des Abends, das neue Fußballlied der Kiefern. Vor dem Lied wurde dem Publikum der Text des Liedes noch auf hochdeutsch erklärt und wie nicht anders zu erwarten gab es vereinzelte Buh-Rufe vom Zwickauer Publikum. Ein Lied, was von Fußballzweitligisten Erzgebirge Aue handelt, vor Zwickauer Publikum zu spielen ist schon mehr als mutig, wenn man die Rivalität der beiden Städte Zwickau und Aue kennt. Die Super Stimmung drohte ganz zu kippen als der Bassist der Krikis, aus seiner fußballerischen Unwissenheit heraus, mit folgenden Satz noch einen draufsetzte: „ Naja, Zwickau soll früher ja auch mal eine Fußballmannschaft gehabt haben“! Nach diesem Satz hätte man die berühmte Stecknadel fallen hören können! Doch es blieb friedlich. Als die Krippelkiefern nun endlich das Lied vortrugen, passierte etwas was wahrscheinlich nur gute und ehrliche Musik vermag- Nach anfänglicher Skepsis sang das ganze Zwickauer Publikum geschlossen den Refrain mit: „Ole, Ole mei FCE“! Ich muß zugeben, das mir als bekennenden FCE Fan, wie der Volksmund so schön sagt, ganz warm in der Hose wurde. Diese Gefühle hat man ja in meinem Alter nicht mehr oft- Mein Dank geht daher an das Publikum und an die Krippelkiefern- Ihr habt einen alten Mann sehr, sehr glücklich gemacht an diesem Abend.
dor Harti