Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.
Zum 3. Mal durfte ich nun schon als Gast im Lukashaus in Zwickau bei einem Konzert der Krippelkiefern dabei sein. Man sollte dazu wissen, dass im Lukashaus Menschen mit einer Behinderung leben und arbeiten. Für mich ist es immer eine Veranstaltung, die mir zeigt, wie gut es uns doch geht und meine alltäglichen Probleme erscheinen auf einmal sehr klein und unbedeutend. Man sieht auf einmal verschiedene Dinge in einem anderen Licht. Auch wenn es abgedroschen klingt, aber Musik verbindet- egal welche Sprache man spricht oder welches Handicap einem mit ins Leben gegeben wurde. Die Menschen die man dort erlebt, haben ein ganz feines Gespür für das, was um sie passiert. Und wenn man mit diesen körperlich oder geistig behinderten Menschen einen Abend mit Krippelkiefernmusik verbringt, und man merkt wieviel Lebensfreude und Unbekümmertheit einen wie wahrsten Sinne des Wortes entgegenspringt, sage ich mir jedes Jahr wieder, das es eines der Konzerte ist, die mich persönlich und emotional sehr ansprechen. Wer glaubt, das ist Gelabber eines alten Mannes, den lade ich gern persönlich nächstes Jahr ins Lukashaus ein!-

Zurzeit muss man ja sagen, dass wir gerade eine fast „inflationäre“ Krippelkiefern-Live-Auftrittsperiode erleben. Am Freitag in Marienberg findet die Uraufführung des Theaterstücks „Geisterspuk am Hirtstein“ statt. Nicht einmal 18 Stunden später, fahren die Jungs schon wieder in den Schacht in Pöhla ein, um Untertage den „Tag des Stollns“ musikalisch zum Höhepunkt zu führen. Weiter geht es in Pfannenstiehl, dann Mildenau Bauwagen(Geheimtipp), Aue Stadtfest und dann der eigentliche Höhepunkt des Jahres- „Lokschuppen“. Auf das ganze Programm freue ich mich natürlich, weil jedes Konzert seinen Reiz hat. Was mir aber Sorgen macht, das ich nach all den Konzerten, zum Höhepunkt „Lokschuppen“ sicher in einem Rollbett reingeschoben werden muss, da ich körperlich am Ende bin. Wobei der Gedanke, dass sich während des Konzertes, zwei nette Krankenschwestern um mich kümmern, mich doch frohlocken lässt….
dor Harti