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Die Fähigkeit, ehrliche erzgebirgische Mundarttexte in zeitgemäßer Form einem Publikum jenseits von "Kastelruther Spatzen", "de Randfichten" und dergleichen nahe zu bringen, zeichnet die Vier ebenso aus wie die Freude am spontanen, musikalischen Experiment mit ihrem ambivalenten Heimatgefühl. Das Publikum muss stets mit leiden, mit lachen und mit trinken.

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Sternis Mai -und Männertags-Botschaft 2012

Die vielen positiv-kritischen Reaktionen, die ich für meine Osterbotschaft einheimsen durfte, ermutigen mich dazu, fortan zu versuchen, in regelmäßigen Abständen meine Betrachtungen zur aktuellen Weltlage im allgemeinen sowie zu den Fortschritten der „Krikikistischen Revolution“ im besonderen der geneigten Leserschar zum besten zu geben, ohne dabei auch nur im mindesten Harti und seiner geschmackvollen „Bockwurschtbude“ Konkurrenz machen zu wollen.


Mit Ehrentiteln

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wie „Goebbels-Schnauze“, „erzgebirgische Giftspritze“, „Kommunisten-Schwein“ und „Kehlkopf-Anarchist“ von einigen meiner (un-)heimlichen Verehrer bedacht, nötigt mich meine erzgebirgische Bescheidenheit leider dazu, meine geduldigen Konsumenten inständig darum zu bitten (denn kürzer machen will und werde ich es nicht!!!), in Zukunft ihre Lorbeeren etwas sparsamer in die Arena zu werfen, denn sonst könnte ihre Munition recht bald zu Ende gehen. Und außerdem bin ich ja bloß der kleine, für die kapitalistische Gesellschaft völlig bedeutungslose (da ausbeutungsresistente) Sterni, dem sein Arbeitslosendasein auf die Dauer zu langweilig geworden ist und der, um nicht allein daheim im stillen Stübchen verkümmern zu müssen, auf den genialen Einfall gekommen ist, seine werten Mitmenschen ab und zu ein wenig zu erheitern.

 

Doch aller Spaß einmal beiseite gesetzt: Alle Versuche, mich meiner spitzen Feder zu berauben, werden natürlich nur das Gegenteil bewirken. Tretet mir auf den Fuss – und ihr werdet sehen, auf welche Weise ich reagieren werde. Ich bevorzuge es nun einmal, meinen Kaffee heiß und stark zu trinken und verachte alle Sklavenseelen, die sich mit lauwarmem Malz-Kaffee begnügen und imstande sind, sich mit bisslosen Kommentaren zum gegenwärtig ablaufenden (inter-)nationalen Trauerspiel abzufinden, sei es aus berechnendem Opportunismus, sei es auch nur das Resultat einer bereits eingetretenen Verblödung durch eine verpasst bekommene Überdosis bundesdeutscher Medienverstrahlung.

Ein Versprechen möchte ich meinen freundlichen Lesern aber geben: ich werde mich in Zukunft redlich darum bemühen, meine akkupunktiven Nadelstiche feiner und gezielter zu setzen. Das hat meine werte Mitwelt schließlich verdient. Wen aber das alles nicht im mindesten interessiert oder wer sich nicht die Zeit nehmen will, länger als fünf Zeilen im Stück zu lesen, weil ihm dazu angeblich die Zeit fehlt, der sei an dieser Stelle auf Facebook bzw. an die Bild-Zeitung verwiesen. Natürlich kann er auch einfach seinen Computer ausschalten, um Strom zu sparen und ins Bettchen gehen.

 

Zunächst einmal möchte ich mich für meinen letztens zur Schau gestellten Optimismus entschuldigen. Es war ja gerade Ostern, Auferstehungszeit – ich hoffe, ihr versteht. Schließlich wollte ich ja einmal Prediger werden. Außerdem möchte ich den übereifrigen „Pfennigspickern“ meiner Lektüre kundtun, dass natürlich keineswegs Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl für seine Bemerkung über die „blühenden Landschaften im Osten“ persönlich haftbar zu machen ist und zwar nicht etwa deshalb, weil er damals evtl. unter dem Einfluss irgendwelcher Halluzinogene gestanden hätte. C'est moi même qui j'accuse! Ich selbst war es, der das Zitat in einem Schüleraufsatz aus dem Jahre 1971 zum Thema „Wie stelle ich mir mein Leben im sozialistischen Deutschland im Jahre 2000“ vor, zu verwenden wagte. Dass mein Aufsatz nur mit der Note „genügend“ bewertet wurde, hatte jedoch völlig andere Gründe: Ich hatte mich als biertrinkenden Stubenhocker beschrieben, der zu Anfang des neuen Jahrtausends gerade mit einer Flugverbotsbescheid durch die zuständige Bezirks-Parteileitung der CSED (Christlich-Sozialdemokratische Einheitspartei Deutschlands) herumplagen musste, weil er bei der  Luftkissenprüfung wegen Kurzsichtigkeit, die gerade bevorstehenden bundesdeutschen Wahlen betreffend, durchgefallen war.

 

Romy, bitte noch nicht auflegen, nach diesem kurzen Vorspiel fühle ich mich endlich fit genug, um auf den eigentlichen Hauptgrund meines heutigen Schreibens einzugehen: den seit mehreren Wochen den „virtual space“ zum Vibrieren bringenden Kriki-Ufnbank-Mobber-Fanclub. Ich darf euch verraten, dass ich hoch erfreut war, als ich erfahren durfte, wieviel junge Fans unsere Krisenbande mittlerweile für sich gewinnen konnte. Liebe Youngsters (smiley!!!!), lasst euch bitte nicht in eurem Enthusiasmus erschöpfen, ihr des Umgangs mit dem Internet Kundigen, die ihr einmal unsere Renten bezahlen müsst. Gleichzeitig möchte ich meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass eure Aktivitäten zu keinem Strohfeuer verkümmern mögen, dass niemanden zu erwärmen vermag und beim Erlöschen keine Brandwunden hinterlässt. Pflügt also tief und gründlich, möchte ich euch deshalb – sicherlich auch im Namen aller übrigen Kriki-Musiker – aufmunternd zurufen.

Was die Jagd auf die „eintausend Band-Freunde-Plus“ betrifft, so erfreut mich die hohe Zahl der bereits ins Netz gegangenen Opfer außerordentlich. Doch wage ich zu bedenken zu geben, dass es nicht die Anzahl von Freunden sondern deren Herzensqualität sein wird, die dereinst über Erfolg oder Misserfolg unseres humanistischen Projekts entscheiden wird. Ich persönlich würde mich einen glücklichen Menschen nennen, wenn ich bei meinem Dahinscheiden guten Gewissens einmal behaupten könnte, wahrend meines Lebens eine Handvoll guter Freunde besessen zu haben, die mir auch in schwierigen Zeiten zur Seite gestanden sind.

Einigen in jüngster Zeit dazu gestossenen Kriki-Mobbis sei noch eine kleine wichtige Sache zu Gemüte geführt: Der krikikistisch-philosophische Strömung verstand sich in den letzten zweihundert Jahren ihres Bestehens immer vordergründig als Untergrundbewegung. Offizielle Portale wurden zwar freundlich bewillkommnet und geduldet, stellten aber immer nur einen bescheidenen Teil des aktiven Kommunikationsnetzes dar. Nur so viel sei an dieser Stelle verraten: in Schwarzenberg und Aue, in Stützengrün und Scheibenberg, in Thalheim und Pirna, ja selbst am Zschorler Steinberg und im Urstromtal Berlin gibt es eine Reihe Untergrundzellen, die die Bande seit langer Zeit unterstützen und durch ihre Freundschaft am Leben erhalten. Ihnen allen ein großer Dank, natürlich auch den fernen Streitern in den transsylvanischen Bergen, im westafrikanischen Busch und bei den Feuerlandindianern in Südpatagonien.

 

Auch diesmal kann ich es mir nicht verkneifen, einige optimistische Bemerkungen an den Schluss meiner Betrachtungen zu setzen: Dass Aue das so wichtige Punktspiel letztens gewann, stellt nicht nur eine große Freude für Harti dar, sondern ist ein Beweis, dass die Mannschaft noch viel besser drauf ist wie sie in unserem Fussballlied dargestellt wird.

Dass nun Frankreich endlich den Holländern anheimgefallen ist, erfüllt uns ebenfalls mit Riesenfreude, mag der Münchner Hof- und Brauhaus-Soziologe Hans-Werner Sinn vom UFO-Institut auch unsinnige Kommentare darüber abgeben - das sind wir ja von ihm gewohnt. Und schließlich gilt ja noch immer das alte Sprichwort: Wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing'.

Da ich morgen wieder ins Erzgebirge fahren werde, muss ich euch auf meine Fortsetzung im Juni vertrösten. Genießt Himmelfahrt und Pfingsten bei hoffentlich gutem Wanderwetter und lasst euch nicht von den Nazihorden erwischen, die sicherlich wieder den Gleesberg und das benachbarte Schneeberg unsicher machen werden. Die letzten beiden offiziellen Ordnungshüter der Region wurden ja bereits vor einem Jahr erschlagen.

Vielleicht sieht man sich ja auch am 12. Mai in der Ameise in Kirchberg.

 

Mit einem zünftigen Glückauf bis die Toch im Gebirg.

 

Stefan Sterni Mösch und der Rest der Rasselbande

 

 

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